Bild Ketogene Ernährung bei Krebs?

Was „palliative Therapie“ wirklich bedeutet

Vielleicht wurde Ihnen oder jemandem in Ihrem Umfeld kürzlich eine palliative Therapie angeboten, als nächster Schritt in der laufenden Krebsbehandlung. Was bedeutet das für einen Menschen mit Krebs konkret?

Das Wort palliativ, stammt von dem lateinischen Wort „palliare“ ab, was so viel bedeutet wie „bemänteln“ „einhüllen“ oder „bedecken“. In der Krebsmedizin bedeutet es vor allem Folgendes:

  • die Krankheit gilt als unheilbar
  • die Lebenserwartung wird als begrenzt eingeschätzt
  • das Ziel ist nicht mehr die Heilung des Krebses, sondern Schmerzlinderung, Symptomkontrolle und Begleitung bis zum Tod.

Ein entscheidender Punkt

Eine Sache ist hier sehr wichtig zu verstehen: Ab dem Moment, ab dem Ihnen eine palliative Therapie angeboten wird, verfolgen Sie und Ihr Arzt nicht mehr dasselbe Ziel. Während Sie den Krebs weiterhin überwinden möchten, zielt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nicht mehr darauf ab, Ihre Gesundheit zu verbessern. Sie sollen nur noch möglichst schmerzfrei begleitet werden – in den aus ärztlicher Sicht sicheren Tod.

Und: Wer eine palliative Therapie erhält, lebt meist nur noch wenige Monate, wenn er ausschließlich auf diese Therapie setzt.

Ärzte treffen diese Entscheidung oft still, ohne sie den Betroffenen offen mitzuteilen. Häufig fällt stattdessen der Satz: „Wir haben noch etwas, was wir versuchen können“. Vielen Betroffenen ist in diesem Moment überhaupt nicht klar, dass sie aus ärztlicher Sicht aufgegeben wurden und als „austherapiert“ gelten. Aus menschlicher Sicht ist es völlig verständlich, dass Ärztinnen und Ärzte solche Gespräche gerne vermeiden. Die meisten haben ihren Beruf aus dem Bestreben heraus ergriffen, anderen Menschen zu helfen und wollen ihnen nicht die Hoffnung nehmen. Aber diese oft fehlende Klarheit raubt den Betroffenen die Entscheidungshoheit über etwas das nur ihnen gehört: ihr Leben und ihre Gesundheit.

Dies gilt insbesonders dann, wenn ihnen eine palliative Chemotherapie angeboten wird. Was glauben Sie, wieviele Menschen einer solchen Behandlung mit all ihren Nebenwirkungen noch zustimmen würden, wenn ihnen klar gesagt würde, dass es aus ärztlicher Sicht keine Hoffnung mehr für sie gibt?

All das bedeutet allerdings nicht, dass diese Menschen zu diesem Zeitpunkt keine Chance auf eine positive Veränderung mehr hätten. Ihr Arzt entscheidet lediglich, dass er mit den Möglichkeiten, die er kennt, keine positive Veränderung mehr bewirken kann.

Sie entscheiden!

Auf welcher Basis treffen Ärztinnen und Ärzte eine solche Entscheidung?
Meist auf Basis ihres beschränkten therapeutischen Spektrums – also der Werkzeuge, die in der Schulmedizin erlaubt, verfügbar und erprobt sind.

Aber nur, weil die Werkzeugkiste eines Handwerkers nicht die richtigen Werkzeuge enthält, heißt das nicht, dass es keine passenden Werkzeuge gibt. Und es heißt auch nicht, dass es keine anderen Wege geben könnte. Es bedeutet nur, dass diese Werkzeuge und Wege außerhalb der klassischen Onkologie liegen.

Jeder Mensch mit Krebs hat das Recht selbst zu entscheiden, wann sein Weg zu Ende gegangen ist. Diese Entscheidung sollten Sie treffen – und niemand sonst.

Stellen Sie diese 3 Fragen

Wenn das Gespräch im Rahmen Ihrer Behandlung das nächste Mal oder irgendwann auf eine palliative Therapie kommt, stellen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einfach diese drei Fragen:

  1. Verstehe ich Sie richtig? Mit „palliativ“/“Wir haben da was, was wir versuchen können“, meinen Sie, dass Sie meine Heilung für unmöglich halten und Sie daher nicht mehr mein Ziel verfolgen, gesund zu werden?
  2. Wieviel höher wird meine Lebensqualität im Vergleich zu jetzt sein, wenn ich die palliative Therapie anwende?
  3. Stellen Sie sich vor, ich wäre Ihr Elternteil oder Ihr Kind: welche 3 Argumente würden Sie davon überzeugen, die vorgeschlagene Therapie anzuwenden?

Lassen Sie uns gerne wissen, welche Antworten Sie erhalten haben.

Ein anderer Weg ist möglich

Falls Sie einen anderen Weg gehen wollen und mehr über unsere Herangehensweise bei Krebs erfahren möchten, informieren Sie sich unverbindlich:

Interessantes Video

Zu dem Thema Palliativ-Therapie gibt es ein sehr interessantes Video mit Lothar Hirneise:​

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